Lehre
 
Das Initiieren und Begleiten (medien)künstlerischer Experimente und Projekte bildet den Schwerpunkt meiner derzeitigen Lehre an der Universität Hannover. Sie ist ebenso wie meine künstlerisch-wissenschaftliche Forschungspraxis durch eine Verbindung von Theorie und Praxis gekennzeichnet. Die Studierenden werden anhand eigener Projekte an eine reflexive bildnerische Praxis herangeführt. Sie gewinnen erfahrungsbasierte Kompetenzen bezogen auf künstlerische Verfahren und gegenwärtige Medienrealitäten, mediale Räume und sie entwickeln eigene Ansätze künstlerischen Arbeitens. Die künstlerischen Erkundungen und Reflexionen gesellschaftlich und individuell bedeutsamer Phänomene sind ebenso analytisch bezüglich der Bereiche Kunst und Gesellschaft wie selbstreflexiv. Bildung beinhaltet in diesem Sinn immer auch Persönlichkeitsentwicklung.

Die studentischen Arbeitsprozesse, die in der Regel mit Notizen, Materialsammlungen und Recherchen beginnen, werden auch durch Übungen zur (Raum-)Wahrnehmung, die ich auf der Basis der japanischen Kampfkunst Aikido entwickle und körper-sinnliche Differenzerfahrungen von medialen und materialen ‚Wirklichkeiten’ begleitet. Insbesondere ist ein Wechsel bildnerischer Praxis und theoretischer Reflexion wesentlich. In begleitenden Vorlesungen werden auch kunstwissenschaftliche Betrachtungen aktueller medienkünstlerischer Werke und Auseinandersetzungen mit Medientheorien durchgeführt. Ziel ist die Entwicklung jeweils eigenständiger reflektierter künstlerischer Ansätze. Die Veranstaltungen richten sich an Studienanfänger ebenso wie an Examenskandidaten. Technische Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, sondern im Zusammenhang mit den medialen Projekten vermittelt.

In Kooperationen mit KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen aus anderen künstlerischen oder wissenschaftlichen Feldern werden übergreifende Prozesse initiiert. So basierte in den Seminaren ‚Kunst im medialen Fluss – künstlerische Arbeiten mit inszenierten Medienwechseln zwischen Fotografie und Malerei’ und ‚Bildnerische Prozesse in Foto, Malerei und Video’ in Kooperation mit Prof. Dr. Eva Koethen (bildende Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin) das Lehrkonzept auf dem Wechsel technischer Medien (Foto, Video) und manueller Techniken (Zeichnung, Malerei). In experimenteller Praxis, konzeptionellen Überlegungen und Reflexionen des Arbeitsprozesses wurde der Medienwechsel eigens thematisiert und gleichzeitig der Versuch unternommen, die Studierenden zu einem eigenständigen Ansatz künstlerischer Praxis zu führen. In den Seminaren ‚Selbstbehinderung und Identität – Kreative Wege im bildnerischen und szenischen Raum’ in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Eva Koethen (bildende Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin), Prof. Dr. Dietlinde Gipser (Soziologin und Theater) und Stefan Bree (Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Bildender Künstler) wurden aufbauend auf Kreativitätsübungen und körper-sinnlichen Erfahrungen Spannungsbögen von szenischem Spiel/ Raum, zu den Bildräumen Malerei, Foto und Video aufgebaut. In diesem erweiterten Feld möglicher Zugänge und Verfahren für die Erarbeitung eigener Projekte entwickelten die Studierenden Arbeiten mit unterschiedlichen Gewichtungen der Herangehensweise und medialen Umsetzung


Vorlesungen (Auswahl):

‚Medien-Körper-Kunst’

‚Weiblichkeitsbilder – Positionen von Medienkünstlerinnen’

‚Aktuelle Positionen in der Medienkunst’

‚Fotografie in ausgewählten Beispielen fotografischer bzw. künstlerischer Werke’

‚Duchamps Antwort auf die Kunst seiner Zeit und sein Einfluss auf künstlerische Ansätze der 60er und 70er Jahre’ (Lehrauftrag, Vertretung C4 Professur Prof. Dr. Eva Koethen)


Seminare (Auswahl):

‚Reflexive bildnerische Praxis mit den Medien Fotografie und Video (analog und digital)’

‚Videopraxis, Entwicklung eigenständiger Projekte mit Video (analog und digital)’

‚Videowerkstatt’, Betreuung fortgeschrittener eigenständiger Projekte mit Video

Arte Povera – Spurensuche, Materialexperimente und Inszenierung, in Zusammenarbeit mit Stefan Bree, gestaltendes Werken, Prof. Dr. Eva Koethen, Bildende Kunst und Prof. Dr. Dietlinde Gipser, Theater (Exkursion)

‚Kunst im medialen Fluß – künstlerische Experimente mit inszenierten Medienwechseln zwischen Fotografie und Malerei’ in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Eva Koethen, Bildende Kunst

‚Selbstbehinderung und Identität – Wege zum kreativen Gestaltungsprozess’, in Zusammenarbeit mit Stefan Bree, gestaltendes Werken, Prof. Dr. Eva Koethen, Bildende Kunst und Prof. Dr. Dietlinde Gipser, Theater

‚Bildnerische Prozesse in Foto, Malerei und Video’, Exkursion in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Eva Koethen, Bildende Kunst

Videoprojekt ‚Bismarckbahnhof’ in Zusammenhang mit der Vorlesung zu Dekonstruktivismus von Prof. Dr. Eva Koethen(Lehrauftrag in ‚Videopraxis’).

‚Fotografische Prozesse (analog/digital) mit Entwicklung eines Unterrichtsprojekts’, in Zusammenarbeit mit Christine Hümpel, Lehrerin

‚Paradoxie Realität und Simulation oder: Feminismus als Softwareproblem?’ Lehrauftrag an der Universität Hamburg, Kooperationsstelle Frauenforschung/ Frauenstudien